Prokrastination

Woher kommt der Begriff und was bedeutet er? 

Prokrastination ist eine Arbeitsstörung, die durch nicht nötiges Vertagen des Arbeitsbeginns oder häufiges Unterbrechen des Arbeitens gekennzeichnet ist.

Prokrastination (lateinisch procrastinare „vertagen“; Zusammensetzung aus pro „für“ und crastinum „Morgen“), auch „extremes Aufschieben“, ist eine pathologische Störung, die durch ein unnötiges Vertagen des Beginns oder durch Unterbrechen von Aufgaben gekennzeichnet ist, sodass ein Fertigstellen nicht oder nur unter Druck zustande kommt.

Die Prokrastination ist für mich auch keine unbekannte! Als ich das erste Mal im Homeoffice gearbeitet habe, hab es sehr viele Dinge, die mich abgelenkt haben. Mein größter Feind waren die sozialen Medien! Wir oft habe ich mir gesagt: “Nur Mal kurz auf Facebook schauen…” oder “Was ist denn in der Welt geschehen…” so kam es, dass ich damit sehr viel Zeit verbracht habe, ohne etwas sinnvolles zu arbeiten. 

Oder das Beispiel der Steuererklärung… das war immer ein Kampf. Ich habe es vor mir hergeschoben, bis zum letzten Tag — also bis ich von Finanzamt freundlich erinnert wurde. 

Erkennst du dich ein Stück wieder?

Ich denke schon, denn sonst wärst du nicht hier. 

Das Ganze passiert auch im Job regelmäßig, also nicht nur im Homeoffice. Statt sich um das Projekt mit anstehender Deadline zu kümmern, schweifst du immer wieder ab und tust etwas anderes. Du unterbrichst das Vorhaben ständig, lenkst dich dauerhaft ab und wendesz mehr Zeit und Energie für andere Dinge auf – kurz gesagt: du prokrastinierst! 

Passend zum Effekt wird Prokrastination auch als Aufschieberitis bezeichnet.

Was sind die Gründe für Prokrastination?

Es gibt verschiedene Gründe.

  1. Du bist zu optimistisch
    Extremer Optimismus kann dazu führen, dass du deine Aufgaben aufschiebst. Das liegt daran, dass du dich bzw. deine Fähigkeiten zu hoch einschätzt, dass du sowieso auf dem letzen Drücker die Aufgabe erledigen kannst oder das Wissen in kurzer Zeit aufnehmen kannst. “Ich habe ja noch Zeit… das schaffe ich locker in einer Stunde… usw” 
  2. Du brauchst den Kick
    Du arbeitest unter Druck am Besten und kannst nicht anders. Die Deadline im Nacken macht eine Art Supermann / Wonderwoman aus dir.
  3. Die Aufgabe ist blöd
    Aufgaben bzw. Arbeiten, die für dich uninteressant sind, bzw. die als zu schwer oder nicht machbar wahrgenommen werden, führen zu einer Abneigung gegen die Aufgabe. Dadurch wird sie nicht nur verschoben, sondern auch als doof oder unsinnig empfunden. Durch diese Abwertung wird die Aufgabe abgewertet und daher die Tendenz zur Aufschiebung verstärkt. 
    Nicht immer liegt es an deinen tatsächlichen Fähigkeiten, dies kann auch ein fehlender Glaube an die eigenen Fähigkeiten sein. Dies wiederum kann dazu führen, dass die Aufgabe nicht in Angriff genommen wird… 
    weil du es ja sowieso nicht schaffen wirst!
    Die Wahrscheinlichkeit für dir gelebte Prokrastination steig somit nicht unerheblich an.
    Hier kann eine Unterteilung der Aufgabe in kleinere Abschnitte Abhilfe schaffen. 
  4. Die Ablenkung
    Die Versuchungen sind oft ein Grund, warum Aufgaben aufgeschoben werden. Egal ob schnell noch eine Folge auf Netflix geschaut wird, oder kurz die E-Mails prüfen, Facebook post schauen… Instagram…Tagesschau.de usw. 
    Dieses Verhalten kann auch zu einer Art Sucht werden! 
    Hier musst du an der Stärkung deiner Willenskraft arbeiten!
  5. Einer der Hauptgründe der Prokrastination ist das Versagen der Selbstregulation. Dies ist dann auf fehlende mentale Energie zurückzuführen. Damit geht dann deine Selbstdisziplin flöten und du gehst rascher den Ablenkungen des Alltags nach. 

Prokrastination kann man aber in den Griff bekommen.

Verbanne die Prokrastination aus deinem Leben

Denke in Ruhe darüber nach, welche Gründe der Prokrastination auf dich zutreffen. Achte ganz bewusst darauf, diese Gewohnheiten durch andere bessere zu ersetzen. Nur wenn du die Klarheit hast, warum du etwas tust bzw. dass du dies oder jenes tust — erst dann kannst du Veränderungen einleiten.

  1. Konzentriere dich auf das, was du gerade tust
    Man hat festgestellt, dass sich Büroarbeiter genauso oft selbst ablenken, wie sie unterbrochen werden. Zwing dich also dazu, dich auf die aktuelle Aufgabe zu konzentrieren, statt in Gedanken schon bei der nächsten zu sein.
  2. Schalte Zeitfresser aus
    Was raubt diram Tag die meiste Zeit? Womit hältst du dich besonders gerne und lange auf? Muss das sein? Ist das sinnvoll und produktiv? Andernfalls: Setze dir bewusst Grenzen. — Nicht nur in Zeitfragen!
  3. Vergiss Multitasking.
    Studien beweisen, Menschen sind nicht produktiver, wenn sie mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen. Ganz Im Gegenteil: Oft hindert es sie, konzentriert auf ein Ziel hinzuarbeiten. Außerdem verursacht Multitasking Stress. Versuche lieber Schritt für Schritt vorzugehen.
  4. Lies deine E-Mails nicht sofort.
    Es gibt bereits eine so genannte Slow-E-Mail-Bewegung. Anhänger öffnen ihre Post nur noch zweimal am Tag. Dasselbe gilt für Anrufbeantworter oder Anrufe! — Bei Anrufern kann man ja auch feste Zeiten ausmachen, an denen man telefonisch erreichbar ist.
  5. Bemühe dich um Routinen.
    Wer sich um einen geregelten Tagesablauf bemüht oder bestimmte Aufgaben immer wieder zur selben Zeit erledigt, sorgt zwar für Eintönigkeit und Langeweile, er verringert aber auch die Nischen, in denen er etwas aufschieben könnte.
  6. Beginne mit dem Unangenehmsten.
    Packe den Stier bei den Hörnern: In der Regel wird es die unangenehmste Aufgabe sein, die du die ganze Zeit vor dir herschiebst. Warum nicht sofort morgens hinter sich bringen, wenn man noch frisch ist? Der Rest des Tages wird dir umso leichter von den Hand gehen.
    Dies nennt man auch: Eat the Frog — Hierzu werde ich auch noch eine eigene Podcast Episode aufnehmen.
  7. Filtere deine Aufgaben nach dem Eisenhower-Prinzip
    Das sogenannte Eisenhower-Prinzip (auch: Eisenhower-Methode, Eisenhower-Matrix) ist eine in der Ratgeber- und Consulting­literatur oft referenzierte Möglichkeit, anstehende Aufgaben in Kategorien einzuteilen. Dadurch sollen die wichtigsten Aufgaben zuerst erledigt und unwichtige Dinge aussortiert werden.
Bild der Eisenhower Matrix
Eisenhower-Matrix

8. Beachte die 72 Stundenregel 

Oft sind es die kleinen „Tricks“, die uns beim Erreichen unserer Ziele helfen. Die 72-Stunden-Regel zähle ich auch in diese Kategorie. Wahrscheinlich hast du von dieser Regel schon einmal gehört oder du hast von ihr gelesen.

Was besagt diese 72-Stunden-Regel?
Wenn du dir ein Ziel setzt, so unternehme den 1. Schritt in Richtung Ziel unbedingt innerhalb von 72-Stunden. Damit erhöhst du die Chance wesentlich, das Ziel auch zu erreichen. Denn der erste Schritt ist immer der wichtigste!

99% aller Vorhaben, die nicht innerhalb 72 Stunden angefangen werden, werden nicht abgeschlossen.

In den folgenden Episoden meines Podcasts, stelle ich dir verschiedene Methoden vor, um der Prokrastination entgegen zu wirken. Es gibt dort tolle Methoden wie 

  1. Eat the frog
  2. Eisenhower-Matrix
  3. Pomodoro-Technik
  4. 72 Stunden Regel

Für Kritik und Anregungen kannst du mir gerne eine E-Mail an podcast@timoschlappinger.com senden.